Offene Ohren e.V. - Freunde der improvisierten Musik

Concerts 2004 (text in German only)

01.10.2004

Butcher - de Joode - Blume

Phoenix Lounge Munich

Martin Blume [Schlagzeug]
Wilbert de Joode [Kontrabass]
John Butcher [Tenor-, Sopransaxophon]

18.11.2004

KONKPACK

Phoenix Lounge Munich

Thomas Lehn [Analog-Synthesizer]
Roger Turner [Schlagzeug, Percussion]
Tim Hodgkinson [Elektronik. Klarinette]

mit special guest Sebi Tramontana [Posaune]

13.12.2004

HÜBEBLO Tuba - Schallplatten - Stimme

Phoenix Lounge Munich

Carl Ludwig Hübsch [Tuba]
Claus van Bebber [Schallplatten]
Jaap Blonk [Stimme]

Carl Ludwig Hübsch spielt mit dem Wechsel von Klängen aus dem Schalltrichter der Tuba und nah mikrofonierten Geräuschen beim Mundstück oder bei den Ventilen. Claus van Bebber mischt die Klänge von ausgesuchtem, z.T. präpariertem Vinyl auf mehreren betagten Plattenspielern. Jaap Blonk benutzt zwei Mikrofone mit einer Skala von Stereomöglichkeiten, wobei er neben der Stimme auch eine Vielzahl von Rachen-, Lippen- und Backenlauten einsetzt. Es entstehen lebhafte Klanggebilde im direkten Wechselspiel, aber auch dichte und komplexe Geräuschlandschaften.

Concerts 2005 (text in German only)

31.03.2005

Urs Leimgruber [Tenor-, Sopransaxofon]

Phoenix Lounge Munich

"Durch neue Spieltechniken und seinem erweiterten Saxophonklang hat er Bedeutendes zur Entwicklung seines Instruments beigetragen. Urs Leimgruber zählt mittlerweile zum engsten Kreis der zeitgenössischen, improvisierten Musik in Europa".
Thorsten Meyer, Jazz Podium

"Urs Leimgruber spielt auf eine so faszinierende Weise Saxophon, dass man glauben könnte, andere Klangerzeuger zu hören. Er weiss auf seinen Instrumenten Trommeln sprechen, Gitarren klingen und Gongs nachhallen zu lassen. Sein Spiel wirkt beinahe entinstrumentalisiert, befreit von Nebenbedeutungen und auch in der komplexen Gestaltung auf unerwartete Weise pur. Klang an sich. Die Stücke muten an wie ein klingendes Manifest, ein tönender Daumenabdruck, eine Soundkarte mit einem unverwechselbaren, nur mit persönlichem Atem einzugebenden Code".
Bert Noglik, CD Blue Log

21.04.2005

Luc Houtkamp [Tenorsaxofon]

Phoenix Lounge Munich

Luc Houtkamp verbindet zwei Welten: akustische Improvisationsmusik und computergestützte Kompositionen und Performances.

Wir freuen uns, den aktuellen Preisträger des VPRO/Boy Edgar Prijs 2004, der wichtigsten Jazz-Auszeichnung in den Niederlanden, für dieses Konzert gewinnen zu können. Sind doch die rein akustischen Soloauftritte des niederländischen Saxofonisten mittlerweile eher rar geworden.

Ein spannendes Konzert, in dem kompositorische Konstruktionen mit hochenergetischem freiem Spiel verschmelzen.

08.05.2005

John Russel & Stefan Keune

Phoenix Lounge Munich

John Russell [Gitarre]
Stefan Keune [Sopranino-, Altsaxofon]

Der Münchner Exklusivauftritt eines Duos, das seine langjährige Zusammenarbeit in Deutschland, England und Japan auf verschiedenen Tonträgern wie excerpts & offerings - acta; frequency of use - nurnichtnur dokumentiert hat.

In John Russell´s Worten: Die Verschmelzung von Intellekt, Intuition und instrumentaler Praxis zu einer Musik, die in ihrem Bezug auf ihren spezifischen Kreationszeitpunkt und Lokalität einzigartig ist.

John Russell, 1954 in London geboren, kam schon in den frühen 70er Jahren in Kontakt mit der Londoner Free-Music-Szene und ist heute eine der Schlüsselfiguren der englischen Improvisierten Musik. Neben seinen Soloauftritten spielt er im Duo mit Stefan Keune, Roger Turner, Phil Minton, Gina Southgate, Evan Parker, Hugh Davies und Luc Houtkamp. Weiterhin im Trio mit John Butcher und Phil Durrant, im Chris Burn Ensemble sowie in vielen Spontanbesetzungen. Sein erfolgreiches Konzert in der Phoenix-Lounge im Juni 2004 mit Tanja Feichtmair [altsax, bass clarinet] war ein wichtiger Anstoß zur Gründung unseres Offene Ohren e.V.

Stefan Keune, 1965 in Oberhausen geboren, begann 1982 auf dem Tenorsaxophon. Bald schon spielt er freie Musik, seit 1990 auch in überregionalen und internationalen Besetzungen. Seit über zehn Jahren gehört dazu auch die Zusammenarbeit mit John Russel. Der Filigrantechniker am Sopranino- und Altsaxofon hat kürzlich auf dem neuen portugiesischen Label "creative sources" eine hörenswerte Soloeinspielung herausgebracht.

03. Juli 2005

Stephan Froleyks - improvised music on invented instruments

Seidlvilla Schwabing

Stephan Froleyks [Messertisch]
und Gastmusiker Christoph Reiserer [Saxofone]

Stephan Froleyks erzählt Geschichten. Er erzählt sie auf neuen, zum Teil skurrilen, selbstgebauten Instrumenten, wie seiner geschweiften Tuba, dem Messertisch oder der Saitenwanne. Seinen Instrumenten schreibt er die Musik auf den Leib. Mit spielerischer Virtuosität und dem Wissen um die akustischen Eigenarten wie Nebengeräusch- und Obertonverhalten gelingt es Stephan Froleyks, scheinbar armen Objekten eine überraschende Reichhaltigkeit zu entlocken.

Seine Werke sind oft als Choreographie der Hände notiert, welche die Bewegung des Spielers leiten soll, nicht aber als konkretes Resultat vorab fixiert. So entstehen lose Blattsammlungen, die das Material vorstrukturieren und erst bei einer Aufführung zusammengesetzt werden.
"Ein lockeres Handgelenk, Spiellust und intelligente Formgebung" wie die SZ schrieb.

Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Stephan Froleyks im weiten Feld zwischen Komposition, Improvisation und Klanginstallation. Der 1962 in Kleve am Niederrhein geborene Musiker und Professor an der Musikhochschule in Münster studierte Tuba und Schlagzeug und ist durch seine internationale Konzerttätigkeit und zahlreichen Rundfunk- und CD- Produktionen eine anerkannte Größe der zeitgenössischen Musik.

Christoph Reiserer, Saxofonist, elektronischer Experimentator und improvisierender Grenzgänger aus München, war zeitgleich mit Froleyks in der Seidlvilla zu Gast, als Schöpfer der interaktiven Klanginstallation tisch. Dieses Möbelstück sieht äußerlich ganz harmlos aus, wie ein Tisch eben. Seine eigenartige mechanische Zusammensetzung deutet aber schon darauf hin, welch umfangreiche Elektronik aus ihm ein intuitiv Theremin-artig zu spielendes Musikinstrument macht, und dem "tisch" zum anderen aber auch ein über Tage und Wochen anwachsendes, akustisches Gedächtnis verleiht.

Im zweiten Teil des Konzertes ergaben sich neben instrumentalen Duos mit Alt- und Sopransaxofon daher auch faszinierende Kombinationen mit Klangspuren des vorangegangenen Konzertes, vom tisch scheinbar eigenständig und unvorhersehbar eingeworfen und von den Musikern, wiederum in Interaktion mit der Elektronik, live weiterentwickelt. Spannend!

08. September 2005

You Lan

Seidlvilla Schwabing

Gunda Gottschalk [Violine]
Xu Feng Xia [chinesisches Saiteninstrument Guzheng, Vocal]

Als Auftakt von ad hoc music 2005, einer neuen Veranstaltungsreihe des Vereins Offene Ohren e.V., des Jazzclubs Unterfahrt, der Klanggalerie t-u-b-e, in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München Kulturreferat, gibt es eine Synthese zeitgenössischer Musik zweier Kulturkreise:
Mit dem Hintergrund der klassischen chinesischen Musiktradition und der europäischen Musikkultur entführen die beiden Musikerinnen im Duo You Lan in poetische und bizarre Klangwelten.

Zusammen mit dem 2002 verstorbenen Wuppertaler Bassisten Peter Kowald bildeten sie die Kernbesetzung dessen Projektes Global Village und führen seine Grundidee beispielshaft und überzeugend weiter: Im Zusammentreffen mit anderen Kulturen improvisierend eigene Grenzen und Horizonte zu überwinden und zu erweitern, gleichwohl aber den besonderen Klang, die Melodien und Rhythmen ihrer eigenen Traditionen bewußt einzubringen.

You Lan spielte bereits 2004 mit großem Erfolg auf dem Vision Festival in New York, sowie mit unterschiedlichen Gästen auf zahlreichen renommierten europäschen Festivals.

01. Oktober 2005

Frank Gratkowski & Sebi Tramontana

Seidlvilla Schwabing

Frank Gratkowski [Altsaxofon, versch. Klarinetten]
Sebi Tramontana [Posaune]

Extravagante Spieltechniken, südländische Nonchalance, spannungsgeladene Improvisationen.

Seit 1999 existiert dieses Duo bereits, wird aber nun erstmals in Sebi Tramontanas Wahlheimat München zu hören sein. Ein seltenes Vergnügen, da beide hierzulande eher selten präsent sind - umso mehr im europäischen Umland und auf vielen internationalen Konzert- und Festivalbühnen.

So tourte Frank Gratkowski einige Monate vorher mit dem holländisch/ international besetzten Sextett All Ears in Amerika - im Frühjahr konnten wir ihn damit in der Unterfahrt hören.

Auch Sebi Tramontana war wiederholt jenseits des Atlantiks, besonders in Chicago, musikalisch aktiv - aus diesen Kooperationen erwuchsen einige der vergangenen Münchner Come Sunday-Projekte, die in den Jahren um 2000 für Highlights der Improvisationskultur standen.

Nun also ein Duo, in dem Frank Gratkowski neben seinem Altsaxophon sein gesamtes Klarinettenarsenal auffährt, was Sebi Tramontana mit einer durch eine Vielzahl von Dämpfern und Aufsätzen bis weit ins Perkussive hinein erweiterten Posaune erwidert.

Zu erwarten sind profunde Technik, ideenreiche Dialoge und eine gesunde Portion Spielwitz und Selbstironie.

27. Oktober 2005

LINES

Seidlvilla Schwabing


Phil Wachsmann (UK) [Violine, Elektronik] Foto: Jazzatelier Ulrichsberg
Martin Blume (D) [Schlagzeug] Foto: Martin Blume
Axel Dörner (D) [Trompete] Foto: Axel Dörner
Marcio Mattos (BR/UK) [Cello] Foto: Richard Muttonchops

Exaktheit, Spontaneität, Delikatesse, Details, Klangfarben, Strukturen, Präzision, Spannung, Dynamik - All dies könnte die Musik von Lines umschreiben und bleibt doch hinter dem Erlebnis eines ihrer Livekonzerte weit zurück.

Es geht um Interaktion, um Zuhören-Können auch und gerade der Musiker untereinander, um blind beherrschte Instrumente, ob konventionell oder radikal experimentell gespielt. Es geht um Intensität, um Entwicklung von Spannungsbögen, um hörbar gewordene pure Kreativität, um die Dichte minimaler Sounds und akzentuierte Klangexplosionen.

Unterschiedliche Klangstrukturen prägen die Musik dieses Ensembles: Axel Dörners charakteristisch geräuschhafte Trompetendrones, die "Insektensounds" der Streichinstrumente von Marcio Mattos und Phil Wachsmann, die perkussiven Flötenklappen Jim Denleys und die subtilen Klangschichtungen aus Martin Blumes Schlagzeug.

Nach erstaunlichen zehn Jahren ihres Bestehens fährt dieses Quintett mit nahezu unverschämter Selbstverständlichkeit fort, den Begriff der Freien Improvisation immer wieder neu zu definieren.

Freuen Sie sich mit uns auf dieses exklusive Konzert im Rahmen ihrer 10-Jahre-Jubiläumstournee.

20. November 2005

SCHNACK!

Seidlvilla Schwabing

Uli Böttcher [Elektronik]
Paul Hubweber [Posaune]

Rauschen, Pusten, Röhren und Tönen, durch Trichter und Kabel, gezirpt, gefiltert, gezwitschert. Modulationsfreudige Presets und Live-Sampling /Soundprocessing im Dialog mit der Posaune.

Paul Hubweber und Uli Böttcher bieten einen einzigartigen Hörgenuss, indem sie die elektronische Stimme mit der akustischen verzahnen, künstlichen Raum in natürlichen stellen, Töne und Phrasen einfrieren und als Ice-Crush neu servieren. Seit mehr als drei Jahrzehnten forschen die beiden Musiker aus Wiesbaden und Köln in den Tiefen zeitgenössischer improvisierter Musik.

Stimmen zu Schnack:
Eine sehr ausgereifte Konzeptmusik (Erhard Hirt)
Full of ideas and funny musical fantasies (Massimo Ricci)

Concerts 2006 (text in German only)

Violine, Viola, Violoncello werden gemeinhin assoziiert mit abendländischen komponierten Musikwerken. Die japanische Koto gilt in ihrem Kulturkreis gleichermaßen "klassisch" mit über 14 Jahrhunderten fernöstlicher Hofmusik-Tradition (gagaku).

Diese international hochkarätig besetzte Frühjahrs-Konzertreihe "Die andere Saite" rückte die andere Seite dieser Instrumente in den Vordergrund und zeigte wie bereichernd und spannend Saiteninstrumente in der improvisierten Musik sein können.


08. April 2006

Trio Ochs, Masaoka, Lee

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Peggy Lee [Cello]
Miya Masaoka [Koto]
Larry Ochs [Sopranino, Tenorsaxofon]

Der New Yorker Larry Ochs wird meist mit dem renommierten ROVA Saxophon Quartett in Verbindung gebracht.

Die beiden Musikerinnen an seiner Seite bringen jede Menge Improvisationserfahrung mit. Die Cellistin Peggy Lee tritt solo, mit ihrem eigenen kanadischen Sextett sowie in verschiedenen Ensembles auf. Miya Masaoka ist mit ihrer japanischen Zither Koto nicht nur in der traditionellen japanischen Klassik, sondern in den verschiedensten Musikwelten bis zum interdisziplinären experimentellen Performancebereich mit Video und Elektronik zu Hause.

...Hier gibt es ausgeklügelt arrangierte motivische Kerne, aus denen sich die frei improvisierten Passagen herausspinnen; prägnante Ideen, um die das musikalische Geschehen in unterschiedlichem Abstand kreist, feinsinnig abgestimmte Kombinationen von Klängen, die sich verdichten, intensivieren, sich aneinander reiben, miteinander verschmelzen.

Das ist nicht bloss abwechslungsreich, sondern auch jederzeit spannend, mit überraschenden Wendungen und wunderschön lyrischen Klanggespinsten. Kurz: Abenteuerliche Geschichten von Musikern, die sich aufeinander einlassen, sich etwas zu sagen haben, miteinander - spielen. Was will man mehr.

(Auszüge aus Basler Zeitung zu einem Auftritt auf dem Züricher Taktlos Festival, 07.05.2004)

01. Mai 2006

ZFP QUARTET

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Carlos Zingaro [Violine und Elektronik]
Simon H. Fell [Kontrabass]
Mark Sanders [Schlagzeug und Perkussion]
Marcio Mattos [Cello und Elektronik]

Vier Innovatoren in Sachen Improvisations- und Experimentalmusik aus unterschiedlichen Kulturkreisen haben sich zu dieser spannenden Begegnung kammermusikalischer Instrumentierung mit Elektronik und Perkussion zusammengefunden.

Nach ihrem ersten begeistert gefeierten Auftritt auf dem portugiesischen Guimaraes Jazz Festival 2002 gibt es nun endlich die Deutschland-Premiere. Experimentelle Theatermusik, Avantgarde-Komposition, Shades of Jazz - die Bereitschaft zu Hören und die Lust an der gemeinsamen Kommunikation zeichnen ZFP Konzerte aus.

Zu ihrer gemeinsamen Live-CD schreibt Massimo Ricci, Paris Transatlantic Magazine im Januar 2006 "It contains some of the best string playing on offer in recent times".

19. Mai 2006

Baars / Henneman / Plus

Seidlvilla Schwabing

Sebi Tramontana [Posaune]
Ig Henneman [Viola]
Ab Baars [Klarinette, Tenorsaxofon]

Ab Baars sitzt die komplette Jazz- und Improvisationsgeschichte im Rückenmark. Auch seine Partnerin an der Viola Ig Henneman zählt zu den wichtigen Improvisatoren der "New Dutch Swing", der Amsterdamer Jazzszene, die in dem gleichnamigen Buch von Kevin Whitehead beschrieben wird. In ihrer Musik werden die wesentlichen Trends des 20. Jahrhunderts mit Pop, Jazz, klassischer und improvisierter Musik verknüpft.

Auf ihrer aktuellen Europatournee sucht sich das niederländische Duo an jeder Station einen neuen Spielpartner aus. Das Münchner "PLUS" Sebi Tramontana wird sicher zur maximalen Kreativität herausgefordert!

01. Juni 2006

FUTCH!

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Johannes Bauer [Posaune]
Jon Rose [Violine]
Thomas Lehn [Analogsynthesizer]

Wer wäre besser als Abrundung der Konzertreihe Die Andere Saite geeignet als Jon Rose, der englisch-australische Satiriker, Forscher, Theoretiker und Praktiker des Violonismus par Excellence.

Seit Anfang 2004 gibt es ihn mit FUTCH, einer außergewöhnlichen Kooperation mit dem Posaunisten Johannes Bauer und Thomas Lehn am Analogsynthesizer, zwei Powermusikern ersten Ranges.

Bei den Konzerten dieses hochenergetischen Improvisations-Trios brennt die Luft! Alles FUTCH? FUTCH!

Im Herbst 2006 gab es eine Fortsetzung der Improvisationsmusikreihe ad hoc music, ein Münchner Kooperationsprojekt des Vereins Offene Ohren e.V., des Jazzclubs Unterfahrt, der Klanggalerie t-u-b-e, in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München Kulturreferat.

Die Freunde der improvisierten Musik Offene Ohren e.V. präsentierten im Rahmen dieser Reihe im November ein Piano-Special.

17. November 2006

Queen Mab Trio

Arthur Rubinstein Saal im Steinway-Haus München

Marilyn Lerner [piano]
Ig Henneman [Viola]
Lori Freedman [Klarinette, Bassklarinette]

Queen Mab, die keltische Feengöttin der Kraft, begann ihre musikalische Existenz bereits vor 10 Jahren. Schon damals holte sich das kanadische Duo wiederholt kongeniale Partner für Konzerte, aber auch für CD-Einspielungen.

Mit der niederländischen Viola-Spielerin Ig Henneman schließlich fand sich die ideale Triobesetzung, die ohne Berührungsängste und mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen Erik Satie und Loius Andriessen oszilliert, oder, wie in ihrem letzten Programm "See Saw", das 160 Jahre alte Queen Mab Scherzo von Hector Berlioz als Ausgangspunkt zu einer radikalen Reise ins musikalische Neuland verwendet.

Wir dürfen daher gespannt sein auf ihr neues Projekt Lines of Decent, in dem die drei musikalischen Grenzgängerinnen ein spannendes Feuerwerk aus Kompositionen und Improvisationen aus ihren vielfältigen kulturellen Hintergründen - Kanada, Niederlande, aber auch Ukraine, Polen, Schottland - zünden werden.

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Kanada in Deutschland sowie der Landeshauptstadt München Kulturreferat.

23.11.2006

Jacques Demierre - Urs Leimgruber - Barre Phillips

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Jacques Demierre [Piano]
Urs Leimgruber [reeds]
Barre Phillips [Bass]

Über Barre Phillips braucht man eigentlich kein Wort zu verlieren. Vor Jahrzehnten schon eine Größe im Free Jazz, dann im vergleichsweise gepflegten Sound von ECM geschätzt und geliebt, aber gleichwohl auch in der improvisierten Musik zuhause, ob mit Derek Bailey vor über 30 Jahren oder heute im aktuellen Trio zusammen mit dem Tenor- und Sopransaxofonisten Urs Leimgruber und dem Pianisten Jacques Demierre.

Urs Leimgruber ist neben Evan Parker und John Butcher der zur Zeit wohl konsequenteste und reifste Saxofonist der Improvisationsszene. Musikjournalisten haben ihn gelegentlich als Freejazzer bezeichnet, womit sie jedoch nur eine kleine Facette seines Improvisationskosmos würdigten. Gut, Urs Leimgruber improvisiert frei, aber seine Musik kann auch verinnerlicht, leise, subtil und so ziemlich das Gegenteil dessen sein, wofür etwa ein früherer Peter Brötzmann oder ein heutiger Mats Gustafsson stehen.

Der Jüngste in diesem Trio, Jacues Demierre, hat vielleicht noch die meisten Berührungspunkte zum Free Jazz, auch wegen seiner Vorliebe für Cluster, aber auch er vermag es, mit leisen Tönen Spannung aufzubauen.

Wer einmal ein Konzert mit diesen drei Ausnahme-Erscheinungen der Improvisationsmusik erlebt hat, weiß, dass hier das gesamte Spektrum von introvertierten, lyrischen zart hingehauchten Klängen bis hin zu erdbebengleichen Urgewalten zu erwarten ist - wobei die drei Musiker auch jederzeit für einen Schuss unerwarteten Humors gut sind!

Mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt München Kulturreferat.
Die Tournee dieses Trios wurde unterstützt von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

24.11.2006

Marilyn Crispell Solo-Piano

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Marilyn Crispell ist ein einzigartiges Phänomen in der Improvisationsmusik - es fällt schwer, andere Musiker zu finden, die eine solche Breite klangschöpferischer Aktivitäten entwickelt haben, diese nahezu simultan immer wieder zu neuen und überraschenden Höhepunkten führen, und trotzdem - teilweise alleine durch die Mitwirkung - dem musikalischen Resultat ihren eigenen unverkennbaren Stempel aufzudrücken.

Bekannt geworden durch ihre Jahre im Anthony Braxton Quartet, bereicherte sie Barry Guys London Jazz Composers Orchestra oder Ensembles von Scott Fields genauso wie Gruppen um Anders Jormin, interpretierte Kompositionen zeitgenössischer E-Musik genauso wie sie mit Peter Brötzmann oder Irene Schweizer improvisierte. Kooperationen mit unbekannteren Namen (Nelly Puguet oder Tisziji Muñoz) waren dabei, und immer wieder Duo- und Trio-Konstellationen mit Gerry Hemingway, Paul Lytton, Evan Parker ...

Kritiker sprechen von ihren Konzerten oft als einen Spaziergang an einem aktiven Vulkan, damit werden sie jedoch nur einer Seite dieser Ausnahmemusikerin gerecht, vermag sie doch genauso durch Intensität und Spannung in konzentrierten leisen Passagen zu bezaubern. Die Essenz ihres Spieles wird man in diesem raren Solokonzert unmittelbar erleben können - besonders, da die letzte Solo-CD Einspielung nun schon 11 Jahre zurückliegt.

Mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt München Kulturreferat.

24.11.2006

Veryan Weston - Karoline Kraabel

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Veryan Weston [Piano]
Karoline Kraabel [Altsaxophon]

Dieses englische Duo ist Improvisation in seiner reinsten und exponiertesten Form. Weder Themen noch vorbestimmte Strukturen sind hier vorhanden - diese Musik lebt von der Frische und dem Potential der Spontaneität des Materials. Gleichermaßen wichtig ist die Qualität und Aussagekraft der Dialoge, und Weston und Kraabel sind in dieser Beziehung perfekt aufeinander abgestimmt.

Veryan Weston ist hierzulande meist als kongenialer Partner von "the voice" Phil Minton bekannt, im Duo genauso wie im Quartett "Four Walls", das er über die letzten Jahre hinweg immer entscheidender prägte. Diesmal jedoch ist mit Caroline Kraabel eine Duopartnerin dabei, die sowohl ihre Wurzeln in Punk und Rock nie ganz verbirgt, aber auch durch ihre Großprojekte mit improvisierenden Saxofonistinnen, oft unter Verwendung und kreativem Einbeziehen ungewöhnlicher Auftrittsorte - the Mass Producers - international aufhorchen ließ.

Die beiden spüren förmlich den Gedankenstrukturen des jeweils anderen nach, teils ausgerichtet auf einen "weniger-ist-mehr"-Ansatz, teils auch, ausgehend von Fragmenten repetitiver Strukturen, mit dem Ziel des sukzessiven Aufbaus mächtiger Klangblöcke. Oft verbinden sich zunächst wirr erscheinende Einzelelemente im Laufe des Dialoges zu einem komplexen System einer Musikalität von magischer Konsequenz.

Mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt München Kulturreferat.

25.11.2006

Fred van Hove - Günter Heinz - Lou Grassi

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Fred van Hove [Piano]
Günter Heinz [Posaune, Zurna]
Lou Grassi [Schlagzeug]

Ein deutsch-belgisch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt mit international renommierten Mitgliedern:
der Dresdner Posaunist und Komponist Günter Heinz, der Pianist Fred van Hove, offizieller Träger des Titels "cultural ambassador of flanders" und herausragende Persönlichkeit des europäischen Jazz, und Lou Grassi, einer der vielseitigsten und meist gefragten Schlagzeuger der New Yorker Jazz-Szene, sind gemeinsam auf Deutschland-Tournee.

Vielleicht das " jazz-nächste" Konzert der Offene Ohren/Konzerte innerhalb der ad hoc music 2006, mit einem Schlagzeuger, der für den nötigen drive sorgt. Günter Heinz und Lou Grassi spielten seit ihrem Debut in New York 2000 auf zahlreichen Festivals, u.a. beim Antwerpen Free Music Festival 2004. Das Duo wurde mit den Pianisten und Organisten Fred van Hove anlässlich des Festivals Frei Improvisierter Musik 2002 in Dresden zum Trio erweitert.

Mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt München Kulturreferat sowie der Flämischen Gemeinschaft (Vlaamse Gemeenschap) .

25.11.2006

Frederic Blondy - Charlotte Hug

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Frederic Blondy [Piano]
Charlotte Hug [Violine, Viola]

Frankreich ist durch den jungen Pianisten Frederic Blondy vertreten, dessen Auftritt mit der Schweizerin Charlotte Hug, Viola und Violine, trotz der kammermusikalisch erscheinenden Besetzung einer der experimentelleren innerhalb dieser Reihe sein wird.

Begegnungen von Klängen und Geräuschen in Konfrontation und Synthese, Entwicklungen grandioser Soundscapes und immer wieder überraschende Wendungen und Tonwelten sind zu erwarten. Unterstützt und gesteigert wird die Klangperformance auch durch ungewöhnliche Techniken mit optischen Qualitäten, wie etwa Hugs "soft bow", eine extrem weiche Bogenbespannung, die enorm reichhaltige und obertonreiche Klänge zu erzeugen vermag.

Genauso spannend verspricht auch die Verarbeitung der musikalischen Hintergründe der Musiker zu werden, Blondys Synthese von beispielsweise Cecil Taylor und Morton Feldman, oder Hugs interdisziplinäre Arbeiten oder ihre Einbeziehung der Aura ungewöhnlichster Aufführungsorte versprechen ein spannendes Konzerterlebnis.

Mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt München Kulturreferat.

26.11.2006

Sten Sandell Solo Piano

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Einen beeindruckenden Schlusspunkt setzen wird der zweite Pianosolist, der Schwede Sten Sandell, bescheinigt man ihm doch, bereits mit dem Anschlag der ersten Note eines Konzertes das Publikum schon so in seinen Bann zu ziehen, dass der Spannungsbogen bis zum letzten Akkord nicht abreißt. Inspiration dazu kommt sicherlich sowohl aus dem über viele Jahre bestehenden Trio Gush mit Raymond Strid und Mats Gustafsson genauso wie aus langer Beschäftigung mit zeitgenössischer Kompositionskunst.

Sandell verwendet - wie heutzutage viele Improviatoren - den Flügel als Gesamtinstrument und beschränkt sich nicht lediglich auf die Klaviatur; im Unterschied zu diesen vollzieht sich die Einbeziehung von Interieur, angeschlagenen Saiten, Schlägen und Reibungen des Rahmens, auch der Einsatz der Stimme, so stimmig und konsequent, andererseits so wenig spektakulär und effekthascherisch, dass dies nicht bewußt wahrgenommen wird, sondern als organisch unabdingbar für dieses akustische Gesamtkunstwerk.

Mit freundlicher Unterstützung durch The Arts Grants Committee in Schweden

Mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt München Kulturreferat.

26.11.2006

Soundog

t-u-b-e Klanggalerie im Einstein Kulturzentrum

Uli Winter [Cello]
Katharina Klement [Piano]
Elisabeth Harnik [Clavicord]
Fredi Proell [Perkussion]
Josef Nowotny [Elektronics]

Das originell besetzte Ensemble pflegt auf leisen Sohlen eine Feinstofflichkeit, in die eine schillernde Palette von Klang- und Geräuschereignissen eingewoben ist. Erschaffen werden die daraus resultierenden, bizarren Soundtopographien aus der Imaginationskraft des Augenblicks.

Ausgesprochene Strukturverläufe blieben bewusst ausgespart. Man gibt sich einem kollektiven Spontanietätsakt hin, der zu Texturen führt, denen ein dichtes Netz von tönenden Geschehnissen eigen ist. Phasenweise lassen sich die klanglichen Urheberquellen nicht mehr verifizieren, wodurch ein einziger flirrender Organismus entsteht. Intuitiv folgen die MusikerInnen den Routen, die die Interaktionen initiieren. Und somit liegt ein hervorstechender Reiz in der Detailhaftigkeit der Klangfindungen. An Tiefenschärfe gewinnen die Improvisationen durch eine äußerst sensible Handhabung von Crescendi und Decrescendi, wie durch die eigenständige Klangsprachlichkeit der ProtagonistInnen.
Kritik Freistil

Soundog hat übrigens nichts mit Hunden zu tun, sondern ist ein österreichischer Urlaut für Sonntag ;-)

Mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt München Kulturreferat.

© 2007-2009 Offene Ohren e.V.
last update 19 June 2009