

Han Bennink [Schlagzeug]
Mary Oliver [Viola]
Christofer Varner [Posaune, Didgeridoo, Muscheln]
Johanna Varner [Cello]
Als erstes Konzert diesen Jahres gab es mit dem AMMÜ-Quartett eine Internationale Begegnung Amsterdam - München. Eine Kooperation von Offene Ohren e.V. und dem ICI Forum München.
Christofer Varner, Bigbandleader und Blechbläserlehrer in München, konnte seine aktuelle Formation, das AMMÜ Quartett,mit Han Bennink (NL), Mary Oliver (USA), und Johanna Varner (A) dazu gewinnen, im Anschluss an eine CD-Produktion ein Konzert zu geben.
Das ICI- (International Composers & Improvisers) forum setzte gleichzeitig mit diesem Konzert seine Reihe "internationale Begegnungen" fort, die sich bereits im Namen der Gruppe manifestiert: AMsterdam-MÜnchen. Mit der eigentümlich schönen Besetzung von Posaune, Streichern und Schlagzeug und einer Musikform, die Jazztradition und Avantgarde vereint, tritt das AMMÜ Quartett 2007 bereits das zweite Jahr erfolgreich zusammen auf.
Mary Oliver, Bratschistin, ist eine gefragte Avantgarde-Musikerin mit Partnern wie Evan Parker und Misha Mengelberg, und unter anderem tragendes Mitglied in dessen Instant Composers Pool. Han Bennink, Schlagzeuger und komödiantisches Naturtalent, hat seit 40 Jahren mit vielen, wenn nicht den meisten Jazz-Größen gearbeitet, wie z. B. Albert Mangelsdorff und Peter Brötzmann. Er begleitete bereits 1964 Eric Dolphy auf seiner Europa-Tournee. Johanna Varner, Cello, und Christofer Varner, Posaunen, verbinden in einem spannenden interdisziplinären musikalischen Dialog auf unnachahmliche Weise alte Musik und moderne Improvisation. Sie konzertierten u.a. mit Barry Guy, Phil Minton und George Lewis.
Das AMMÜ Quartett überzeugt nicht nur durch eine enorme Breite klangschöpferischer Möglichkeiten, sondern auch durch Verspieltheit und Absurdität, durch Transparenz und zeitlose Schönheit. Die Improvisationen des AMMÜ Quartetts sind inspiriert von avanciertem Jazz und getrieben von der Opulenz unmittelbarer Klangschöpfung und Hörerfahrung. AMMÜ Quartett bedeutet: Zwischen verschiedenen Genres und musikalischen Idiomen oszillierende improvisierte Musik, die spannend und unterhaltend, spontan und amüsierend ist. Hochenergetisches Spiel steht neben fragilen, mehr von Stille geprägten Momenten.
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Anatoly Vapirov [Saxofone]
Margarita Holzbauer [Cello]
Udo Schindler [Saxofone, Klarinetten]
Anatoly Vapirov - geboren in der Ukraine, langjährige tragende Säule in der damals sowjetischen Leningrader Jazzszene, und mittlerweile seit Jahren in Bulgarien lebend, hat dieses Urgestein der Jazzimprovisation in allen seinen Spielarten - von traditional bis free - seit den späten 60er Jahren Generationen beeinflußt und ist heute mehr denn je eine der führenden Persönlichkeiten unter Improvisatoren, Interpreten und Komponisten des modernen Jazz.
Im Rahmen eines Aufenthalts im April 2007 in Deutschland und Österreich gelang es dem Offene Ohren e.V., ihn für ein ad-hoc Treffen mit kreativen Musikern aus unserem eigenen Kreis zu begeistern.
So konnten wir eine spannende Begegnung mit den "local heroes" Udo Schindler und Margarita Holzbauer erwarten: Dieser, Improvisator und Architekt, europaweit aktiv in Duoprojekten, größeren Ensembles ebenso wie in Performance- und Theaterprojekten; wie jene, klassisch ausgebildete und international aktive Cellistin mit offenen Ohren für Improvisationstheater, interdisziplinären Performances und aller Musik ohne Netz und doppeltem Boden.
Wieder einmal bot die Seidlvilla den bewährten Rahmen für eine spannende internationale Begegnung - ohne Fahrplan, mit offenem Ausgang, aber mit musikalischen Erlebnissen erster Klasse.
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Im April veranstalteten die Freunde der improvisierten Musik zum ersten Mal ein Konzert in der Black Box. Dies war eine Premiere im doppelten Sinn, denn auch das schwedisch-deutsche Quartett UNSK war erstmals in München zu hören. Mit Unterstützung der Landeshauptstadt München Kulturreferat.

Martin Küchen [Saxophon]
Lise-Lott Norelius [Elektronik]
Birgit Ulher [Trompete]
Raymond Strid [Perkussion]
UNSK sind einer kompakten Ästhetik behusam artikulierter Klangereignisse zwischen Klang und Stille verpflichtet. Enge Interaktionen entwickeln sich in einem Mikrokosmos verhaltener Expressivität, die, akustischen Fraktalen gleich, dadurch mit immer wieder neuen Details überraschen. Erstaunlich ist die unmittelbare Geschlossenheit des Ensemblesounds, obgleich die musikalischen Interaktionen weder vordergründig durch Melodien, Rhythmus noch Harmonik bestimmt sind.
Birgit Ulher setzt die mittlerweile etablierte mikrotonale Trompetentechnik von Axel Dörner, Franz Hautzinger, Matt Davis, Greg Kelley fort und erweitert sie ständig in neue Dimensionen. Lise-Lott Norelius wurde u.a. mit der schwedischen genreüberschreitenden Weltmusik-Gruppe Anitas Livs bekannt, treibt jedoch ebenso ihre eigenen Solowerke voran. Raymond Strid ist vielleicht am bekanntesten als Mitglied des schwedischen Trios GUSH mit Mats Gustafsson und Sten Sandell, aber auch Mitglied in Ensembles um Barry Guy. Martin Küchens musikalisches Spektrum reicht von Klezmer und Freejazz (in seinem Quartett Exploding Customer) bis zu konzeptioneller Minimalistik (Looper - Mass, mit u.a. John Tilbury)
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Marilyn Crispell
[Piano]
Urs Leimgruber [Saxofone]
Fritz Hauser [Schlagzeug]
Joëlle Léandre[Bass]
Im zweiten Anlauf ist es uns gelungen! Bereits ein Jahr vorher hatten wir den Versuch unternommen, diese vier Stilbildner von Weltniveau nach München zu holen; im standesgemäßen Rubinstein-Saal verschmolzen Virituosität, Intensität, Spiritualität und Humor zu einer unvergesslichen, aus dem Augenblick destillierten Einheit.
Die Tour wurde unterstützt von
und
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Stefan Keune [Saxofone]
Achim Krämer [Schlagzeug]
Hans Schneider [Kontrabass]
Eröffnung der Reihe ad hoc music 2007 mit einer konventionell anmutenden, jedoch ungemein flexibel agierenden Triobesetzung, die eruptiven Freejazz genauso wie radikale Improvisationsansätze des Londoner Spontaneous Music Ensembles assimiliert hat und mitunter zu erstaunlich filigranen Klangskulpturen transformiert.
Stefan Keunes Sopranino-Sax ist Besuchern unserer Konzerte noch von seinem Duo mit John Russell 2005 in Erinnerung. Basis seines facettenreichen Saxofonspiels sind Techniken der zeitgenössischen komponierten Musik, die er seit 1985 in zahllosen Improvisationsgruppen meist kammermusikalischen Hintergrunds umsetzt.
Hans Schneider ist schon seit Jahrzehnten sowohl als Bassist wie als Organisator ein essentieller Bestandteil der Szene – bereits 1982 organisierte er die ersten Internationalen Tage für Improvisierte Musik in Leverkusen, denen er lange Jahre verbunden blieb. Aktuell arbeitet er mit Doro Schuerch und Paul Lytton, in Xpact (2nd edition) mit Paul Rutherford, Paul Lovens und John Russell, sowie in einem Chamber Trio mit Melvyn Poore und Frank Gratkowski.
Achim Krämer schließlich begann mit 14 seine musikalische Laufbahn in einer Gruppe namens Zero Zoom, die sich später in Georg Gräwe Quintett umbenannte, und ist seither sowohl im Jazz (Phil Wachsmann, Fred Frith, Misha Mengelberg) wie in der zeitgenössischen Szene aktiv – letzteres beispielsweise mit dem Modern Percussion Quintet oder dem KHW Trio (Krämer-Hübsch-Wissel).
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Claus van Bebber [Vinyl]
Erhard Hirt [Elektronik]
Ausgehend vom musikalischen Selbstverständnis eines Schlagzeugers und eines Gitarristen definieren Claus van Bebber und Erhard Hirt in ihrem Duo ihre Rollen neu: Schallplatten sind das Ausgangsmaterial für den Einen - Mischpult und Klangprozessoren Mittel für den Anderen um dichte assoziative Geräusch-Klanglandschaften und energetische Hörbilder zu erschaffen.
Hypnotischer low-budget – Dadaismus, desorientierende Turbulenzen, fesselnde Repetitionen – so beschrieb beispielsweise Massimo Ricci die Musik dieser in jeder Hinsicht rahmensprengenden Duo-Kooperation. In der Szene sind die beiden auch bekannt unter dem fabulierenden Namen "das Gehirn Gottes oder das Gegenteil von Ray Charles", der mehr Fragen aufwerfen als beantworten dürfte. Ihr erstes Tondokument erschien, wie bei Claus van Bebber fast unvermeidlich, als heutzutage rare analoge Vinylplatte.
Claus van Bebbers analoge Klangzaubereien konnte man erst kürzlich im Rahmen des DEGEM-Symposiums REMIX-RE in der Klanggalerie t-u-b-e live erleben, als er die elektronisch erzeugten Beiträge diverser Laptop-Künstler buchstäblich mechanisch, und faszinierend, verarbeitete. Offene Ohren Konzertbesucher der ersten Stunde erinnern sich auch noch an sein Trio mit Carl Ludwig Hübsch und Jaap Blonk, das 2004 bei uns in München zu Gast war. Neben vielen anderen seiner Aktivitäten sei noch seine Teilnahme bei der Documenta 8 (mit dem Ensemble Heinrich Mucken) erwähnt.
Erhard Hirt klingt nicht wie andere Gitarristen. Das ist das Geheimnis. – so beschreibt Markus Müller den Duopartner. Hirt‚ "eigentlich" Gitarrist (u.a. 1974 in der Freejazzcombo Jazz Community, 1982 Xpact (1st edition)) und 1984 Mitbegründer des King Übü Orchestrü, ist seither auch, und zunehmend, als Klanginstallateur und Performer aktiv, mit Peter van Bergen, John Butcher, Lol Coxhill, Paul Lytton, Phil Minton, Dorothea Schürch u.a., sowie im Ensemble Echtzeit und dem Projekt Extended Guitars (mit H. Tammen, N. Didkowsky, K. Rowe).
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28. Oktober 2007
Ein Pianist zwischen den Welten erwartet uns am Anfang unserer dreitägigen Konzertfolge in der Black Box. Wir dürfen gespannt sein auf ein Programm, das neben "etablierten" Werken der Neuen Musik von Komponisten wie Henry Cowell oder John Cage auch Transkriptionen von Derek Bailey – Gitarrenimprovisationen und vor allem freie Improvisationen enthält. Wobei letztere den Rahmen des präparierten Pianos durch Einbezug von mechanischen Percussion-Elementen ebenso wie elektronischem processing-equipment nachhaltig ausweiten.
Chris Burns musikalischer Wirkungskreis begann im Jazz gleichwohl wie im Contemporary Dance, als Komponist, Arrangeur, Dirigent und Pianist. Nach Teilnahme an Workshops intuitiver Musik wandte er sich in den 80ern der Freien Improvisation zu, dies sowohl als Leiter größerer Ensembles, wie des seit 1984 existierenden Oktettes "Ensemble", als auch als Mitglied kleinerer Gruppen (beispielsweise Embers, mit Jim Denley Flöte und Marcio Mattos cello) sowie solistisch. Auch sein erstes Instrument, die Trompete, hat er nie ganz aufgegeben und erforscht und erweitert etwa im Duo mit Matt Hutchinson, Elektronik, auch hier die Grenzen improvisatorischer Ausdrucksmöglichkeiten.
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Chris Burn [Piano]
Axel Dörner [Trompete]
Alexander Frangenheim [Bass]
Hier ist eine andere Facette des Schaffens von Chris Burn zu erleben: In einer Wiederauflage des Trios von Alexander Frangenheim mit Axel Dörner (SWR Jazzpreisträger 2006) und eben Chris Burn, das bereits in den 90er Jahren Grenzüberschreitungen und improvisatorische Gratwanderungen unternahm, sind mittlerweile vielfältige Erfahrungen aus den "concepts of doing" Improvisationsevents, Günter Christmanns "Vario"-Kombinationen oder Großformationen wie Ken Vandermarks Territory Band verarbeitet.
Alexander Frangenheim, geboren 1959 in Wuppertal, ist Kontrabassist und arbeitete in freien Improvisationen u.a. mit den Musikern Günter Christmann, Phil Minton, Thomas Lehn, den TänzerInnen Julyen Hamilton, Fine Kwiatkowski undBenoît Lachambre. Bis 2003 organisierte er das Festival "concepts of doing - Interaktion Tanz Musik" in Stuttgart. Seit 2005 lebt er in Berlin.
Axel Dörner, Jahrgang 1964, studierte zunächst Klavier im niederländischen Arnhem und in Köln, ab 1991 außerdem Trompete. Während des Studiums trat er bereits in verschiedenen Kombinationen der Streetfighters auf. Außerdem entstand bereits das Axel Dörner Quartett (mit Frank Gratkowski, Hans Schneider und Martin Blume). Seit 1994 lebt Dörner in Berlin. Er zeichnet sich vor allem durch seine Vielseitigkeit aus: Er spielt eher traditionellen Bebop (mit Alexander von Schlippenbach etwa das komplette OEvre von Thelonious Monk) genauso wie klassischen Free Jazz oder elektronische Musik, etwa mit Otomo Yoshihide bei den Donaueschinger Musiktagen 2005. Dörner ist sowohl alleine als auch mit seinem Trio TOOT (gemeinsam mit Phil Minton und Thomas Lehn) fester Bestandteil der Berliner Szene der experimentellen improvisierten Musik; so auch z.B. in Ken Vandermarks Territory-Band oder Barry Guys London Jazz Composers Orchestra.
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Mazen Kerbaj [Trompete]
Franz Hautzinger [Trompete]
Axel Dörner [Trompete]
Den Abschluss des Parts der Offenen Ohren innerhalb von ad hoc music 2007 bildet ein trumpet summit der anderen Art: Alle Beteiligten sind mittlerweile bekannte Protagonisten der Erweiterung des Klangspektrums dieses Instrumentes, sei dies nun in Richtung des Mikrotonalen, Geräuschhaften oder Perkussiven. Die Duoerfahrungen, die es in allen möglichen Konstellationen dieser Gruppe reichlich gibt, sind die Basis einer neuen Erfahrung als Trio – Wir werden Zeugen einer Uraufführung!
Mazen Kerbaj, geboren 1975 in Beirut / Libanon, wo er auch heute noch seinen Hauptwohnsitz hat, besitzt sowohl die libanesische wie die französische Staatsbürgerschaft. Seine Hauptinteressen gelten neben der Improvisationsmusik auch der Malerei, darüberhinaus ist er Autor von Comicbüchern (bandes dessinées) und Kurzgeschichten, sowie Verfasser vieler zeitkritischer Artikel, Blogs etc. in Druck- und Internet-Medien.
Seine Bühnenauftritte als Improvisator begannen in Beirut im Jahr 2000, zunächst mit lokalen Musikerkollegen. Damit setzte er den Grundstein für Live-Präsentationen dieser Musik im gesamten mittleren Osten. Weitere Aktionen, wie die Bildung eines Kuratoriums für Improvisierte Musik, sowie ein seit 2001 jährlich durchgeführtes Festival Freier Musik, folgten bald. Seine innovativen und teilweise radikalen Ansätze einer höchst persönlichen Trompetenspielweise führten ihn konsequenterweise auch bald mit anderen Protagonisten dieses Instruments zusammen, die wie er nach neuen Formen, Strukturen und Ausdrucksweisen suchen.
Franz Hautzinger, geboren 1963, studierte Trompete und Komposition in Graz und Wien. Seit 1989 Lehrauftrag für Ensembleleitung, Komposition und Arrangement an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Als (Gast-)Solist zahlreicher Ensembles, Kooperationspartner international renommierter Künstler (u. a. Elliott Sharp, Gil Evans, Sainkho Namtchylak, John Cale, Christian Fennesz, Otomo Yoshihide, Butch Morris, Phil Niblock, Klaus Öhring, Lou Reed, Derek Bailey, the Temptations. John Tilbury, Tony Oxley, Joachim Kühn) und als Leiter eigener Projekte (Franz Hautzinger Speakers Corner, Dachte Musik, Regenorchester, Gomberg) ist er eine der profiliertesten österreichischen Musikerpersönlichkeiten. Veröffentlichung des Buches Gomberg, graphische Partituren. österreichisches Staatsstipendium 2001. Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. Kinderprojekte, Performance, Theater und Kunstprojekte.
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Konzerte 2008
Konzerte 2007
Konzerte 2006
Konzerte 2005
Konzerte 2004