Offene Ohren e.V. präsentiert Improvisationsmusik in München

Samstag, 21. April 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Akira Sakata Trio:  ARASHI !

Arashi

Paal Nilsson-Love, Schlagzeug / NO
Johan Berthling, Bass / SE
Akira Sakata, Saxofon, Klarinette, Stimme/ JP
Foto: © Micke Keysendal

Arashi ist das japanische Wort für Sturm und ein adäquater Name für dieses Powertrio, bei dem sich der Altmeister des japanischen Hardcore Free Jazz, Akira Sakata, mit einer diabolischen norwegischen Rhytmusgruppe zusammentut, die man spontan auch mit Mats Gustafsson assoziieren könnte.

Akira Sakata ist vielen noch als Teil des Yosuke Yamashita Trios aus den Siebziger Jahren in Erinnerung. Bei Arashi hört man ihn aber nicht nur an seinem Hausinstrument, dem Altsaxofon, sondern auch als Sänger. Aber Sakata hat noch ein drittes Werkzeug: die Klarinette. "Hier werden die rohen Männer immer so zärtlich - oder sprachnah. Oder vollständig verrückt" meinte Diedrich Diederichsen, Spex Magazin.

Johan Berthling ist Bassist im Spannungsfeld zwischen europäischem Free Jazz und experimentellem Rock unterwegs und hat mit so ziemlich allen nordeuropäischen Schwergewichten dieser Genres zusammengespielt, wie zum Beispiel Sten Sandell, Christer Bothén, David Stackenäs, Raymond Strid. Er ist Mitbegründer von so energielastigen Gruppen wie Fire!, Nacka Forum und Tape, und ist von daher eine logische Ergänzung zu Paal Nilsson-Love und Akira Sakata im Power-Trio Arashi.

Paal Nilssen-Love ist laut downbeat (Dan Quelette) "einer der innovativsten, dynamischsten und vielseitigen Schlagzeuger der aktuellen Szene". Zu einem guten Teil ist dies seiner Arbeitsweise geschuldet: Er ist gleichzeitig in einer Vielzahl von Bands und Projekten aktiv, die als gemeinsamen Nenner jedoch immer ein hohes Energie- und Dynamik-Niveau aufweisen. Genannt seien hier stellvertretend The Thing, Territory Band, Atomic, Sten Sandell Trio und vor allem das Brötzmann Chicago Tentet, aber auch Duos mit Ken Vandermark, Mats Gustafsson oder Lasse Marhaug. Die Basis wurde schon in seiner Jugendzeit gelegt. Er wuchs als Sohn eines Schlagzeugers und Jazzclub-Betreibers im norwegischen Stavanger auf und kam schon früh mit Saxofonist Frode Gjerstad in musikalischen Kontakt.

Dieses Konzert verspricht, wie das von Free-Jazz Ikone Peter Brötzmann vor anderthalb Jahren im MUG, wieder ein hochenergetisches und powervolles Ereignis zu werden. Nicht von ungefähr hatte ja Peter Brötzmann bei einem ihm gewidmeten Festival 2011 in Wels Akira Sakata als einen der prominenten japanischen Gäste eingeladen, mit denen er bei seinen zahlreichen Japan-Tourneen immer wieder gerne zusammentraf.

Beim Wiener Label Trost Records erschien die LP/CD "ARASHI" (TR130, 2014) sowie der Live-Mitschnitt eines Konzertes 2017 im Fylkingen, Stockholm als CD ARASHI - Trost Live Series (TLS001).

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Montag, 14. Mai 2018, 20 Uhr

Applaus 2018
Black Box im Gasteig

Tilbury, Prevost & Vandermark
    The Core of AMM meets Vandermark

Tilbury, Prevost & Vandermark

John Tilbury, Piano / GB
Ken Vandermark, Saxofone / US
Eddie Prevost, Schlagzeug / GB
Fotos: © Peter Gannushkin

Der Offene Ohren e.V. ist besonders stolz und erwartungsvoll, dieses wirklich außergewöhnliche Konzert präsentieren zu können; wahrscheinlich das Highlight des Jahres 2018:

Zwei musikalische Welten treffen hier aufeinander, die gleichwohl die Geisteshaltung radikaler Neuerung ihrer Musikwelten als Gemeinsamkeit mitbringen.

Der britische Pianist John Tilbury und der britische Schlagzeuger Eddie Prevost bilden den aktuellen Kern des epochemachenden Improvisationsensembles AMM.

AMM wurde bereits 1965 vom Saxofonisten Lou Gare, Gitarristen Keith Rowe sowie von Eddie Prevost gegründet. 1980 kam John Tilbury dazu. Die Musiker von AMM entwickelten eine Tonsprache und Spielhaltung, die sowohl die damaligen Möglichkeiten der Neuen Musik als auch des freien Jazz radikal überschritt.

Damit war die Gruppe für Improvisatoren der verschiedensten Musikgattungen, von der Rockmusik bis hin zur Klassik sowie für die Entstehung einer eigenständigen Freien Improvisation beispielgebend, ähnlich wie vielleicht sonst nur noch das gleichzeitig entstandenen Improvisationsensemble Musica Elettronica Viva (MEV) um Alvin Curran, Frederic Rzewski und Richard Teitelbaum.

AMM versteht sich immer als Kollektiv. Wenn auch die individuellen Stimmen für den Prozess der interaktiven Klangerzeugung wichtig sind, bleibt das Ergebnis grundsätzlich auf Kollektivimprovisationen und nicht auf eine Folge solistischer Beiträge ausgerichtet.

Der US-amerikanische Jazzsaxofonist und Klarinettist Ken Vandermark fügt sich einerseits in diese grundsätzliche Ideenwelt ein, anderseite erweitert er das musikalische Geschehen wesentlich aufgrund seiner multistilistischen Interessen und Offenheit für neue Klänge und Aufbrechen bestehender musikalischen Konventionen.

Die Liste der Jazzmusikern, mit denen er Platten aufgenommen hat, ist lang, dazu gehören etwa Hal Russell, Paul Lytton, Joe Morris, Peter Brötzmann und Paul Lovens. Er hat auch zahllose eigene Formationen geleitet, wie zum Beispiel Free Fall, Free Music Ensemble, Territory Band (großes Orchester mit wechselnden Besetzungen), Rara Avis und - vielleicht am bekanntesten - die Vandermark 5.

Als Soundbeispiel des Trios finden Sie ein Video auf YouTube: Eddie Prévost / John Tilbury / Ken Vandermark Trio live im Kunstmuseum Manggha in Krakau, 11. November 2017.

Veranstaltungsort: Black Box im Gasteig
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Kartenverkauf: Abendkasse und Kartenvorverkauf bei München Ticket GmbH

Freitag, 13. Juli 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Olaf Rupp - Ulrike Brand Duo

Rupp - Brand Duo

Ulrike Brand, Cello / DE
Olaf Rupp, Gitarre / DE
Foto: © Paetrick Schmidt

Aus dem spezifischen Zusammenklang von Cello und Elektrogitarre entspringt die eigene Poetik des Berliner Duos von Ulrike Brand und Olaf Rupp.

Cello und Elektrogitarre weisen zum Verwechseln ähnliche Klangfarben und Spieltechniken auf - trotz ihrer unterschiedlichen semantischen Felder, das Cello als ein akustisches Instrument mit einem romantischen Klangideal und die E-Gitarre als Synonym für Rockmusik.

So wie das Streichen mit dem Bogen und das Pizzicato-Spiel austauschbar sind, sind es auch Obertonklänge, Arpeggien, Cluster, zahlreiche Verfremdungseffekte und Geräusche; essentielle Voraussetzung dafür ist die Möglichkeit einer differenzierten Laustärkenmodulation auf der Elektrogitarre.
Das Resultat ist eine stilistische Ungebundenheit bei freiem assoziativem „Spiel“ mit Ähnlichkeit und Rollentausch, Erinnerung und Vorwegnahme. Im Duo potenzieren sich diese Vorgänge durch den kontinuierlichen Input der Klänge des Anderen die zu Klängen des Eigenen werden, welche wiederum auf das Andere einwirken - den Kommunikationsfluss wechselseitig gestaltend.

Die Cellistin Ulrike Brand bringt aus jahrzehntelanger Erfahrung mit der Interpretation zeitgenössischer Musik das gesamte Spektrum der dort verwendeten Spieletechniken ein. In ihrem Spiel sind Klang und Geräusch gleichwertige akustische Elemente, Tonhöhe wird als Kontinuum aufgefasst und der gesamte Korpus des Instruments als Allover bespielt, wodurch das gestische Element des Spiels betont wird.

Der Gitarrist Olaf Rupp erforscht auf seinem Instrument mit kompromissloser Radikalität die Räume der freien Improvisation. Seine äußerst virtuosen selbstentwickelten Spieltechniken sind das Ergebnis einer individuellen künstlerischen Disziplin, die fern aller Vorgaben und Konventionen die klanglichen Grenzen des Instruments kontinuierlich erweitert. In seiner subtilen pointillistischen Klangwelt erscheint der Einzelton als Farbpunkt innerhalb einer übergeordneten Matrix.

Musikbeispiele gibt es auf Soundcloud sowie YouTube.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Offene Ohren e.V. erhält Bundesmusikpreis Applaus 2017
für sein herausragendes Livemusikprogramm

Im Herbst 2017 prämierte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, zum fünften Mal herausragende Programme von unabhängigen Musikclubs und Veranstaltungsreihen mit dem Bundespreis APPLAUS. Offene Ohren e.V. ist dabei!

Für sein "herausragendes Liveprogramm" wurde unser Verein zum dritten Mal nach 2014 und 2016 mit einem Preis geehrt, was uns außerordentlich freut und uns anspornt, engagiert weiterzumachen. Mit dem Preisgeld werden wir auch 2018 spannende Konzerterlebnisse für Sie anbieten.

.Logo Applaus

Der Programmpreis APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten wird realisiert von der Initiative Musik, mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Als beratende Fachpartner wirken die Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) und die LiveMusikKommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm), mit.

Logo Kulturreferat LH München

Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!

 

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zuletzt aktualisiert am 18.04.18